Die MSG Hannover sucht ein neues Trainingsgelände. Für die Vermittlung eines geeigneten Grundstücks wurde eine Prämie von bis zu 3000 € ausgelobt. Das Gelände darf nicht in einem Schutzgebiet (Landschafts-, Natur- oder Wasserschutz) liegen und sollte mindestens 1,5 Km von der nächsten Wohnbebauung entfernt sein. Wer ein entsprechendes Gelände vermitteln kann, meldet sich bitte über unser Kontaktformular.

Hörtest in Kirchhorst

Auf unserer Suche nach einen Trainingsgelände bemühen wir uns um das Gelände des ehemaligen Freizeitparks in Kirchhorst. Da in einer Ortsratssitzung im letzten Jahr bereits die Befürchtungen der Anwohner vor einer starken Lärmbelästigung deutlich wurden, hatten wir den Ortsrat, nach Absprache mit der Verwaltung der Stadt Isernhagen, am 21.02.2015 zu einer Hörprobe eingeladen.

Rund 40 Vereinsmitglieder waren anwesend, als gegen 13:00 Uhr die Motoren gestartet wurden. Ca. 20 Motorräder fuhren gleichzeitig auf dem Gelände.

Ein realer Trainingsbetrieb konnte so natürlich nicht simuliert werden. Zum einen besteht ja weder eine Strecke (eine lange Gerade über das gesamte Gelände würde so nicht umgesetzt werden), noch angedachte Lärmschutzmaßnahmen, z.B. in Form von Erdwällen. Allerdings ergab sich eine erste Einschätzungsmöglichkeit.

Trotz Einladung an alle Ortsräte war leider anfänglich nur der stellvertretende Bürgermeister von Kirchhorst unserer Einladung gefolgt. Zusammen mit unserem Presse- und Medienreferenten, einer Reporterin der HAZ und einer skeptischen Bürgerin unternahmen wir einen kleinen Ausflug in die anliegenden Wohngebiete.

Sicherlich beeinflusst durch die Windrichtung konnte man am Ortseingang an der Steller Straße keine Motoren hören (abgesehen von der Autobahn und dem Straßenverkehr). Beim Reitverein am Mühlenweg waren neben dem Straßenverkehr gelegentlich zusätzlich Motorengeräusche vom Gelände wahrnehmbar.  Zumindest die Pferde waren davon aber völlig unbeeindruckt.

Letzter Anlaufpunkt war das nächstgelegene Haus Richtung Osten an der Steller Straße, rund 700m entfernt. Hier waren die Motorengeräusch ebenfalls zu hören. Eine Geräuschmessung mit einem Handy zeigte Werte von knapp über 60 db an. Nun ist eine solche Messung sicher weder genau noch leicht zu interpretieren. Das Bundesministerium für Umwelt und Naturschutz führt hier verschiedene Lärmstufen aus. Danach fallen Geräusche bis 65dB(A) in die Lärmstufe 1, was z.B. Unterhaltungssprächen in 1 m Abstand oder Bürolärm entspricht.

Wie emotional das Thema behandelt wird, zeigte sich bei weiteren Gesprächen vor Ort. Obwohl wir vorher bei der Hörprobe festgestellt hatten, dass im Ort auf Grund der Windverhältnisse überhaupt keine Geräusche ankamen, behauptete der später hinzugekommene Ortsrat Herr Löffler, dass seine Frau die Motorräder durch die geschlossenen Fenster hören würde.

Besagter Herr Löffler war, nachdem wir ihn nach einer alternativen Nutzung des Geländes fragten, der Meinung, dass auf dem Gelände besser ein Waldfriedhof entstehen könnte. Mit Blick in die Zukunft des Ortes Kirchhorst dachten wir uns ist das natürlich eine gute Idee.

Für uns wurde der Streit zwischen den Fraktionen im Ortsrat immer deutlicher. Schade, dass neue Projekte in einer Gemeinde von Einigen aus wahltaktischen Gründen und programmatischen Ansichten bereits im Keim erstickt werden, anstatt die Möglichkeiten für die Gemeinde (Ansiedelung eines Sportvereins, Freizeitangebote für Kinder- und Jugendliche, Zugänglichmachung eines Geländes für verschiedene Interessengruppen wie Hunde- und Pferdebesitzer) genau abzuwägen.

Problematisch bei einem solchen Projekt ist natürlich immer die Bürgerbeteiligung, denn anwesende Bürger beschwerten sich über die mangelnde Information der Bürger. Doch kann von einem Verein im Stadium der ersten Vorgespräche eine detaillierte Planung inklusive teurem Lärmgutachten erwartet werden? Zumal zulässige Grenzwerte ja nicht mit einer Zustimmung einher gehen.

Unser Fazit der Hörprobe: In den angrenzenden Wohngebieten wären Motorengeräusche von einer Trainingsstrecke je nach Windrichtung wahrnehmbar. Auf die Frage: Wie laut ist laut und wie laut ist zu laut?, wie sie die HAZ in Ihrem Artikel vom 22.02. stellte, ließ sich allerdings keine eindeutige Antwort finden.

Unser Vorstand wird die Ergebnisse in Kürze diskutieren und über das weitere Vorgehen entscheiden.

Einige Kommentare (nicht nur negative) zu der Veranstaltung finden sich natürlich bei Facebook, die HAZ hat am 22.02. einen Artikel veröffentlich und auch ein kleines Video steht im Netz.

Unser Dank gilt allen, die sich an dem Hörtest beteiligt haben und besonders den Ortsräten und Bürgerinnen und Bürgern, die für einen ehrlichen und offenen Dialog bereit sind.

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